Gastkolumne Arno von Rosen: Der Bonus Mensch

Die früheste Einteilung der Menschheit bezeichnet heute der Begriff "Sammler und Jäger", wobei es um die tatsächliche Jagd auf Tiere und das Sammeln von essbaren Pflanzen ging. Später kam dann der Tausch hinzu und der Wert richtete sich nach der Seltenheit des Objektes und dem Verlangen es zu besitzen. So konnte jemand, der alleine über eine Quelle (Monopol) an Tauschbaren (z.B. bunte Steine für Schmuck) verfügte, viel leichter sein Leben bestreiten, als ein Jäger, welcher sich oft in Gefahr begab, verletzt oder sogar getötet zu werden. Der Markt war erfunden, auch wenn er zunächst nur in den einzelnen Gruppen nach individuellen Regeln vollzogen wurde. Doch bald erweiterte sich der Handel hin zu anderen Gruppen. Merke: der Kaufmann verdient sein Geld nicht beim Verkauf, sondern beim Einkauf. Es war also fast schon eine logische Entwicklung unseren heutigen Einkaufs-/ Produktionsmarkt so weit auszuquetschen wie nur irgendwie möglich. Wir lieben es einfach einen besseren Preis zu bekommen als xyz, denn dann sind wir clever, also überlegen und damit fortpflanzungstechnich attraktiv (Jupp, auch hier geht es um Sex, toll nicht?). Keine Angst, ich bin ebenfalls der Bonus-Typ, aber wo steckt er tatsächlich drin und wie entdecken wir ein echtes Schnäppchen?

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Viele hat es früher instinktiv zu Sommer- und Winterschlussverkauf gezogen, um ein gutes Geschäft zu machen, aber waren die immer gut? In den letzten Jahren, bevor dieses alte Verkaufsinstrument abgeschafft wurde, nicht mehr, denn viele Händler, vor allem im Textilbereich, ließen dafür extra Serien anfertigen, auch mit minderer Qualität, denn diese Produkte wurden regelmäßig vom Umtausch ausgeschlossen. Danach ging dann das los, was wir heute als Dauersuperhypersensationsangebote kennen (jeder Verkäufer rechnet spätere Rabatte zuvor in den Verkaufspreis hinein). Da ist es egal, ob es sich um ein Automobil, ein Handy, einen Kredit oder Winterklamotten handelt. Kein Verkäufer stellt sich gegen die Marktpsyche des Kunden und die funktioniert am besten über das Belohnungssytem, denn auf dieses sind wir bereits seit Kindertagen trainiert. "Iss deinen Teller auf, dann scheint die Sonne" (hab ich als Kind echt geglaubt) oder "Wenn du brav bist, bekommst du später ein Eis". Sie wissen was ich meine und das setzt sich sowohl in einer Partnerschaft als auch im Berufsleben fort und dafür benötigt es nicht einmal Worte, denn ein Blick des Partners entscheidet schon über die spätere Belohnung, die man/ frau sich ja nicht versauen will (ich setzte eine funktionierende Partnerschaft voraus, sonst geht der Schuss womöglich nach hinten los) oder der Chef, der einem durch die Blume mitteilt, dass es bald eine freie Stelle in besserer Position geben könnte (die Kunst der Kommunikation zwischen Boss und Angestellten liegt darin, den Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen, dass er die Reibungshitze als Nestwärme empfindet). Klar geben wir dann noch mehr Gas, auch wenn der Blödian es jedem der 30 Kollegen mitteilt, aber da wir sowieso zur Stütze der Firma gehören (was auch sonst) bekommen wir sicher den Job. Trotzdem strengen wir uns unwillkürlich an, es geht schließlich um einen Bonus. Ob der sich dann wirklich lohnt und das meiste vom Mehrverdienst nicht bei Vater Staat landet und die zusätzliche Verantwortung uns nicht auch noch den letzten Spaß an der Arbeit nimmt, steht auf einem anderen Blatt. Oft tun wir solche Dinge schon wegen der protzigeren Visitenkarte, gelle ;-)

Um ein echtes Schnäppchen zu machen, muss ich mich dennoch wirklich anstrengen, weil diese nicht so offensichtlich sind, wie uns viele Schilder und Popups (das sind die Werbebotschaften im Internet, die mir schon gar nicht mehr auffallen, weswegen diese fast totale Geldverschwendung sind) glauben machen möchten. Um den wirklichen Wert eines Produktes zu kennen, muss man nicht nur den Handel dieser Ware über einen längeren Zeitraum auf allen Ebenen verfolgen (Zeitung, Geschäft, Internet usw), was schon schwer genug ist, man muss auch noch das Glück haben zum richtigen Zeitpunkt das Schnäppchen zu entdecken und auch kaufen zu können. Was nützt Ihnen schon eine 2000 Euro teure Kaffeemaschine, die für 1500 Okken verscherbelt wird, wenn auf dem Konto Ebbe herrscht. Eben. Egal wie oft wir nicht zu einem wirklich gutem Geschäft kommen (was auch immer bedeutet, dass der Verkäufer einen guten Deal macht) wir geben es nicht auf, denn irgendwann findet jeder sein goldenes Ei ;-) Ich muss natürlich nicht extra erwähnen, dass alle Elektrogroßmärkte etwa 6 Wochen vor der Weihnachtssaison die Preise anheben, dann damit das festliche Geschäft (und damit nicht selten 50% des Jahresumsatzes) machen, im Januar die Preise wieder drastisch senken, mit einem etwas besseren Preisverhältnis als vor der Erhöhung, aber nur, weil danach die neue Technik Einzug hält (wie jetzt alljährlich am Markt demonstriert wird) und mein Weihnachtsgeschenk sofort üppig an Wert verliert. Ja ja, dass Bessere ist immer der Feind des Guten. Das wußte schon meine Omi.

Doch Sie haben den ganzen Schrumps ja nicht gelesen, um zu erfahren wie selten ein toller Kauf gelingt, sondern wie Sie leicht und schnell Geld verdienen können ohne das Heim verlassen zu müssen. Haben Sie noch nie von gehört? Doch, es geht, denn ich mache es schon seit Jahren. Irgendwann war ich es mal leid überall zu lesen, dass Neukunden dies und jenes bekommen, wenn sie nur zum neuen Anbieter kommen, jetzt eine Karte beantragen oder sogar die Bank wechseln. Ich wollte auch etwas vom Kuchen abhaben, traf aber überall auf taube Ohren und kassierte nur doofe Sätze wie, "da können wir leider nix machen, denn das Budget ist nur für Neukunden", oder "günstiger können wir es nicht machen, aber wir hätten da gerade ein attraktives Zusatzangebot für Sie“. "Ja genau, ihr mich auch“, dachte ich und entwickelte eigene Strategien. Meine TV Zeitschrift (inwischen habe ich gar keine mehr, es gibt ja Online Dienste), kündigte ich und warb dafür meine Frau. So bekam ich einen 75 Euro Tankgutschein (achten Sie immer darauf einen Bonus zu nehmen, der wie Bargeld funktioniert und weder andere Waren noch tatsächlich Bargeld auszusuchen, dann erhalten Sie den größten Gegenwert) und freute mich darüber entweder die Zeitschrift fast kostenfrei ein Jahr zu erhalten oder für umme an die Tanke zu fahren. Neun Monate später haben wir einfach getauscht und sie hat mich geworben ;-) Sie wollen noch mehr?

Kaufen Sie nix mehr auf Internetplattformen ohne vorher zu gucken, ob dafür Gutschein-Codes existieren (hier ein Beispiel). Verlassen Sie sich nicht auf Preisvergleichsseiten, denn die Listen in der Regel nur Anbieter von denen sie auch eine fette Provision erhalten (Verivox & Co.), Outletstores können Angebote haben und wenn Sie Ausflüge lieben, machen Sie das, aber echte Schnäppchen sind da eine Seltenheit, sonst würden sich diese Unternehmen ihren eigenen Markt kaputt machen, gelle :-) Immer noch nicht genug? Kündigen Sie jedes Jahr Ihren Strom-/ Gasanbieter und lassen Sie sich als Neukunde bei einem anderen Anbieter die Taschen voll machen. Seien Sie aber bitte nicht so nachlässig wie ich, denn sonst werden Sie bei der dritten Anfrage desselben Anbieters abgelehnt und Unternehmen wie Stromio machen Ihnen nach der dritten Kündigung in 6 Jahren das Leben schwer mit falschen Abrechnungen, zeitverzögernden Kündigungsbestätigungen, Inkassoandrohungen (für die falsche Abrechnung) usw, nur um sicher zu gehen, Sie nie wieder als Kunden begrüßen zu können/ müssen, weil es in diesem Fall wirklich ein gutes Geschäft für SIE und nicht für die Unternehmen ist (Keine Bange, Anbieter gibt es wie Matsch nach einem Dauerregen).

Bitte bedauern Sie jetzt kein Unternehmen, denn jeden Tag stehen Millionen Kunden auf und bezahlen zu viel, da kann man Ihnen doch einen kleinen Erfolg gönnen, oder? Machen Sie einfach mehr aus Ihrem Geld, denn besser Sie, als andere ;-)

Mein Zitat von heute stammt von John Ruskin (1819-1900) britischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosoph. Sein Zitat wird eigentlich nur in sehr verkürzter Form verwendet mit dem Satz "Ich bin zu arm, um mir etwas Billiges kaufen zu können." Hier nun das Original.

 Arno von Rosen
"Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann, um es etwas billiger zu verkaufen. Die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel zahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie zuwenig zahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld, viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Tun Sie dies, dann haben Sie auch genug Geld, um für Besseres, etwas mehr auszugeben."

Es grüßt Sie Ihr sparfüchsiger Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Bonus-Mensch. Denken Sie bitte daran, wenn Sie Fieber bei der Jagd nach Schnäppchen bekommen; machen Sie eine Pause, setzen sich hin und trinken Sie etwas. Das macht das Angebot nicht besser, gibt Ihnen aber ein gutes Gefühl und einen Moment zum Innehalten, denn vielleicht brauchen Sie das neue DING ja gar nicht (Damenschuhe sind selbstverständlich ausgenommen). 


Gastkolumne Arno von Rosen: Das ist 100 % sicher!

Natürlich lehne ich mich nicht grundlos aus dem Fenster und was ist schon 100 Prozent sicher? Mir fällt da nur eine einzige Sache ein. Der Tod. Er ereilt wirklich jeden von uns und es spielt ausnahmsweise mal keine Rolle, welchen Stand wir bekleiden oder aus welchem Land wir stammen. Das es natürlich Regionen mit hungernden Menschen, mit Krieg. Missernten usw gibt. Geschenkt. Es ist nicht mein heutiges Thema und ich will einen lustigen Beitrag dazu schreiben. Nein, Sie haben sich nicht verlesen. Zugegeben, alle Todesfälle in meinem Leben hatten fast ausnahmslos die Auswirkung mich furchtbar zu fühlen. Dabei kam zuerst Fassungslosigkeit, danach tiefe Bestürzung und Trauer, dem folgte nicht selten schiere Wut, wie es denn sein könne, dass sich ein von mir geliebter Mensch einfach aus dem Staub macht und mich hier quasi mutterseelenalleine zurück lässt. Mir fehlt somit keinesfalls die nötige Empathie Ihren kürzlich erlittenen Verlust ernst zu nehmen, im Gegenteil.

Ich habe erlebt wie beim Tod meines kleinen Bruders ein ganzes Dorf geweint hat, auch weil sich mein Vater weinend auf sein Grab geworfen hat, oder ruhigere Beerdigungen, wie bei meiner Großmutter, wo zwar alle bestürzt waren, aber gefasst oder bei anderen verblichenen Verwandten, wo es gelangweilt am Grab zuging, bis sich bereits an der Kaffeetafel heftig über die zu verteilenden Vermögensgegenstände (so heißt es juristisch) gestritten wurde. Vermögen ist übrigens kein Gegenstand jeglicher von mir gelesenen Statistik, dennoch ist es in meiner Familie eine verbreitete Todesursache. Es ist bestimmt ein Fehler in meiner Familie noch vermögend zu sein, wenn man sich nicht mehr ordentlich zur Wehr setzen kann, aber ich habe jedenfalls aus der Geschichte gelernt. Wie, das klingt herzlos? Na ja, ein bisschen schon, aber vielleicht beruhigt es den einen oder anderen feinen Charakter von Ihnen zu wissen, dass jene vermögenden Verblichenen keine wirklichen Gutmenschen waren und ihrerseits nichts ausgelassen haben, um sich den Platz in der Hölle redlich zu verdienen. Ich bin sogar überzeugt die Eine oder der Andere haben bereits vor dem Ableben in der ersten Reihe reserviert. Das geht nicht?! Mit einer Erfahrung aus knapp 800 Jahren Familiengeschichte werde ich gar nichts mehr für unmöglich halten. 

Auch wenn der kleine Exkurs zu meiner Familie sich zunehmend erheiternd liest, ist es doch nur für wenige Ohren bestimmt, auch wenn Kapitalverbrechen nach 30 Jahren nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden können, aber man trifft sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben, oder vielleicht kurz danach. Haben Sie gewusst, dass 2,5 mal mehr Menschen geboren werden als sterben? Das ist der Durchschnitt weltweit und gilt nicht für Deutschland, da ist die Bevölkerung allgemein nicht sooooo fortpflanzungswillig wie in anderen Ländern außerhalb Europas, denn wir EUler sind etwas Lendenlahm, auch wenn die Franzosen dauernd ..., na Sie wissen schon, aber mal ehrlich. Ich glaube auch nicht jeder Statistik und Umfrage, denn wenn mich jemand fragen würde wäre meine Antwort, "ich komme gerade vom Pop..., äh Stelldichein und bin bereits auf dem Weg zum nächsten!" Wer gibt sich schon gerne die Blöße und antwortet, "eigentlich wollen wir ja dauernd, aber wenn ich von meinem Smartphone hochsehe, schläft mein Tiger schon." (Klar, alleine deswegen hab ich natürlich kein Smartphone, meine Frau leider schon). Wer sich mal ausgiebig mit den Geburten via Live-Ticker beschäftigen möchte, guckt bitte hier :-) Einfach mit der Maus über die Länder gleiten und sich in Echtzeit Geburt und Tod angucken. Engländer unter meinen Lesern dürfen selbstverständlich Wetten abschließen, worüber auch immer!

Die Haupttodesursache in Deutschland ist natürlich nicht die gähnende Langeweile der TV Sender und ihren Programmen, sondern tatsächlich ernste Dinge wie Herz-Kreislauf mit 350.000 Toten, gefolgt von Krebsleiden mit fast 250.000 Sterbefällen. Ungefähr 21 Prozent aller Statistik-Opfer fallen unter "Sonstiges", was einem ja echt die Recherche versauen kann, denn was sind das für Abgänger? Einfach alt und umgefallen? Beim Selfie mit runtergelassener Hose auf dem Klo verschieden? Man weiß es nicht. Jedenfalls scheiden etwa 975.000 Menschen im Jahr bei uns aus dem Konsumprozess aus und werden nach einem letzten finanziellen Kraftakt dezent auf einem Friedhof, im Wald oder in einem anonymen Grab verbuddelt oder gleich dem Meer überantwortet. Mich kann man gerne gleich in die Lahn streuen, schließlich endet ja jeder Fluss irgendwo in einem Meer, gelle? Aber Sie müssten alle gar nicht sterben! Na ja, irgendwie schon, aber erst viiiiel später und das wäre doch schon ein üppiger Bonus, oder ;-) Die meisten Herz-Kreislauf Erkrankungen sind gar nicht so schwer zu verhindern. Nein, falsch geraten. Low Carb und Paleo Ernährung scheiden ebenso aus aus wie Schlimm- Fraß, äh Slim Fast, oder anderer Schwachsinn, der in jeder guten Zeitschrift beworben wird, kaum hat man sich mühselig 2 Pfund über Weihnachten angefuttert. Wer jede Woche drei längere Spaziergänge macht, tut da schon sehr viel für sich. Krebs ist natürlich schon schwieriger zu bekämpfen, denn da geht es nicht nur um Ernährung, sondern ebenfalls um Tabak, Feuerwasser und alles so ein Kram den wir für unsere individuelle Seligkeit konsumieren. In meiner Familie sind das keine Sünden, aber die benötigen diese Substanzen auch nicht, um das kühle feuchte Abstellplätzchen vor ihrer Zeit zu erreichen.

 Arno von Rosen
Doch ich tauge nicht zum Gesundheitsapostel. Jeder soll so glücklich werden wie er mag. Das sagte jedenfalls der alte Fritz (König Friedrich II 1712-1786), weshalb er wahrscheinlich auch meinen Uronkel überstützt aus seinen Diensten entließ, später allerdings von seinem Sohn Friedrich-Wilhelm wieder eingestellt und mehrfach befördert wurde (das hat ihn dann spätestens bei Waterloo wieder glücklich gemacht). Immerhin wurde Gebhard Leberecht schon ziemlich alt, was sich in der Familie weiter fortsetzte, meistens jedenfalls. Sie sehen also, das es möglich ist, den Tod etwas hinzuhalten, wenn man will, auch wenn er uns zum Schluss alle holt. Damit niemand sagen kann, ich hätte mich hier nur in Unsinn verstiegen, baue ich ein paar Links ein, zu denen tennissockentragende, holzbodentretende Langzeitpensionäre ein gewaltiges Statistik-Schärflein beigetragen haben und bevor jetzt wieder jemand schreit ich würde Beamten diffamieren. Es ist nur eine Statistik von Deutschen Versicherungsgesellschaften, welche Bevölkerungsgruppe besonders gerne versichert wird :-)  




Mein Zitat von heute stammt aus der Feder von Marcus Aurelius, Römischer Kaiser und Philosoph (121-180)


"Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln." 

Es grüßt Sie Ihr quicklebendiger Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Gesundkocher. 

Stellen Sie sich doch mal vor, wie die Statistiker in 30 Jahren gucken, wenn es nicht 9 Milliarden Menschen auf der Welt gibt, sondern 9.0001, weil Sie alle mitgemacht haben beim am Leben bleiben. Das wäre schon superlustig oder?

Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen




Gastkolumne: Arno von Rosen- Ware Mensch

Ostern steht vor der Tür. Im besten Falle verbringen wir die Feiertage mit Familie und Freunden. Wir sprechen, wir essen, wir spazieren, wir verbringen einfach gemeinsame Zeit miteinander, ohne Hast und Alltagssorgen. Vielleicht ist es aber auch eine Gelegenheit durch die Geschäfte zu ziehen, um zu kaufen, zu schenken, Party zu machen (sofern möglich) und dann geht diese Zeit an uns vorbei ohne mehr zu sein, als eines von vielen Wochenenden, nur eben ein wenig länger, sonst nichts.

Ich bin mit so ziemlich allen Religionen aufgewachsen, die man kennt und war als Sohn von ... sicher ein besserer Student, als einige andere,  die jene Kurse meines Vaters besuchten. Doch Religion bedeutet mir nichts, Jesus bedeutet mir nichts und Gott, ob nun bärtiger Greis oder weise Frau, sind Geschichten aus einer brutalen Zeit, ohne jegliches Mitgefühl, alleine denen vorbehalten, die das "Sagen" hatten, während der Rest der Menschheit ums Überleben kämpfte, meistens täglich. Jünger, Pilger, Weise, Erleuchtete oder Propheten zogen hinaus in die Welt, um das Wort zu verkünden, welches Frieden, Erlösung und Güte bringen sollte. Ich habe nichts gegen Religionen, sofern es den Menschen hilft,  besser ihren Alltag zu bestehen, doch hüte ich mich vor jenen, die Religion wie ein Moralschwert vor sich hertragen, um es mir vor Augen zu halten, damit ich ein Besserer werde als ich bin. Die Geschichte zeigt dennoch nur einen blutigen Pfad, sieht man mal von Randerscheinungen wie Ghandi und wenigen anderen ab. Jeder rechnet die Zivilisierung von einem anderen Zeitpunkt für sich. Die Einen beginnen vor 10.000en Jahren, die Anderen beginnen bei den alten Griechen, manche ab dem Mittelalter. Und ich?

Irgendetwas haben wir schon, aber eine Zivilisation nach den uns selbst genannten Maßstäben haben wir nicht. Noch nicht einen einzigen Tag lang. Sicher werde ich den Zeitpunkt auch niemals erleben, selbst, wenn ich alt würde wie Methusalem, doch will ich an der Oberfläche kratzen, egal wie sinnlos es erscheint, wie blutig die Finger, wie endlich mein Leben, meine Kraft oder meine Zuversicht sind. Je älter ich werde, desto offener werden meine Augen und ich sehe Armut. Bei alten Menschen, die auf Parkbänken sitzen, obwohl sie lieber in einem Café wären, Alleine in den letzten 10 Jahren hat sich diese Altersarmut mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei über 530000 Hartz IV Beziehern und unsere Jahrgänge kommen erst noch, mit gebrochenen Arbeitsleben, Jobwechseln, Umzügen, Lehr- und Leerzeiten. Es werden Millionen sein und Millionen werden ihnen ehrenamtlich helfen. Ehrenamt. Ein wundervoll bestialisches Wort, denn es gibt keine Ehre zu verdienen, wenn man denen hilft die Hilfe benötigen und es ist ebensowenig ein Amt, denn es gibt nichts zu verdienen, außer inneren Frieden, welcher stets von kurzer Dauer ist, denn in dem Moment, wo ich diese Tätigkeit unterbreche, geht das Elend ungebremst weiter.

Menschen werden mit Billiglöhnen ausgenutzt, denn sie müssen essen, wohnen, sich kleiden, wohlwissend oder ignorierend, dass auch 10 Euro Stundenlohn am Ende des Lebens Hartz IV bedeutet. Es existiert da draußen eine gigantische Armee zukünftiger Zukunftsloser, Aussichtsloser und Gesundheitsloser. Vielleicht stammt daher das war Loser (Verlierer), denn eigentlich haben sie nichts mehr zu verlieren. Wer jemals an diesem Punkt war nichts mehr zu verlieren zu haben, weiß, dass dieses absolute innere Leere bedeutet. Da ist kein Frieden mehr, kein Glauben und vor allem keine Liebe, auch nicht zu sich selbst. Und dann? Diese Menschen sind gefährdet und gefährlich zugleich, denn nach unserem Gesetz ist es verboten sich und andere zu verletzen oder gar zu töten. Dabei ist der Akt des Selbstmordes ein allerletztes Stück Freiheit, sofern wir niemanden sonst verletzen. Dies gilt natürlich in erster Linie bei unheilbaren Kranken, aber auch viele ältere Menschen sind des Lebens überdrüssig. Sie warten Tag für Tag auf den Moment, wo alles vorbei ist und sind doch so wertvoll, denn sie generieren Geld, sehr viel Geld, eine zukunftssichere Industrie mit atemberaubenden Wachstumsprognosen. Natürlich will fast niemand diese Alten, obwohl unser größtes Bestreben selbst ein hohes und vitales Alter ist. Die Jugend braucht nichts und wenn, sie hat Zeit, doch das Alter kostet, ist aber weder innovativ noch einträglich, es ist wie es ist. Zurzeit nutzlos.

Überall höre ich das ältere Menschen gebraucht werden. Ihr Wissen, ihre Zeit, vielleicht ihre Weisheit, aber gerne kostenfrei, denn wer gibt schon gerne Geld aus für Menschen die schon froh sind überhaupt noch einen Sinn im Leben zu erfüllen. Viele von uns werden nicht arbeiten bis sie 67 sind. Wir werden weit länger arbeiten, müssen. Klar, gerne ehrenamtlich. Nur macht diese Ehre nicht satt, nicht im eigentlichen Sinne, doch baut unser Staat auf diese Menschen, welche sich kostenlos in den Dienst der Gemeinschaft stellen, obwohl die allermeisten selber nicht viel haben, denn wer viel hat, besitzt eines auf gar keinen Fall. Zeit. Obwohl jeder in der Wirtschaft einen guten Grund vorweisen kann, warum er nicht kostenlos arbeiten kann, soll doch jeder normale Bürger gefälligst nicht so gierig sein, nicht mal bei seinem eigenen Tod, denn obwohl die Organverpflanzungen notwendig sind, tausende von Leben retten im Jahr und jeder Arzt und jedes Krankenhaus daran bestens verdienen, gehen die toten ehemaligen Beitragszahler völlig leer aus. Ja, sie haben dem Dienst des Lebens zu gehorchen, der Ehre, der Bescheidenheit und nicht zu vergessen, der Moral.

 Arno von Rosen
Es ist völlig unmoralisch für die Organe eines geliebten Menschen Geld zu nehmen oder seine eigenen zu spenden, um nach dem eigenen Tod seine Lieben versorgt zu wissen. Warum eigentlich? Wir sind doch eine Ware, immer und überall. Jeder behandelt uns so, jeder sieht uns so und natürlich werden wir nach Wert eingestuft und behandelt, doch eine tatsächliche Gewalt über unser Leben wird uns entzogen, von Geburt an bis zum sicheren Tod. Eine Patientenverfügung ist natürlich ein Mittel ein Leben zu beenden, das sowieso keines mehr ist und die einzige Möglichkeit uns dem Warenstrom zu entziehen. Will ich sterben? Nein, genauso wenig wie jeder von Euch, aber ich will mein Leben selbst bestimmen, immer und überall. Das gilt auch für jeden anderen Menschen auf der Welt, ob er es nun weiß oder nicht, er sollte frei sein, satt sein, geborgen und geliebt sein. Darüber denke ich dieser Tage nach und bin unendlich dankbar kostbare Stunden mit geliebten Menschen zusammen zu sein, für die ich immer alles geben würde, so, wie wir es für andere Menschen auch empfinden sollten, nicht weil es chic ist, oder gerne von Oben gesehen wird, sondern damit wir eines Tages keine Ware mehr sind, sondern eine gemeinsame Zivilisation.

Mein Zitat von heute stammt von Albert Schweitzer (1875-1965, Friedensnobelpreis 1952) "Wem eigene Schmerzen erspart bleiben, der muss sich aufgerufen fühlen, die Schmerzen anderer zu lindern."

Es grüßt Sie Ihr Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und dieser Tage sehr ruhig und nachdenklich. Schauen Sie nach allen Seiten und verschenken Sie ein bisschen Ihrer Zeit, es kostet weniger als Sie denken.

Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen





Gastkolumne Arno von Rosen: Die Klimalüge

Die Überschrift ist direkt und wörtlich zu nehmen, jedoch aus verschiedenen Gründen, die ich etwas näher erläutern werde. Leider werden Wissenschaftler in unseren Zeiten oftmals von Interessengruppen eingekauft, dazu gehören nicht nur Staaten, sondern ebenfalls Organisationen wie Greenpeace und viele andere. Die vorgetragenen Daten können dann auch der Wahrheit entsprechen, aber meistens fehlen die kausalen Zusammenhänge und wer unter Ihnen hat sich wirklich schon einmal intensiv mit unserem Weltklima auseinander gesetzt? Eben.

Ich habe das aus Recherchegründen fast 1 Jahr lang gemacht und bin auf viele erstaunliche Fakten, aber auch Vermutungen und Spekulationen gestoßen. Meine hier angeführten Daten entstammen dem Max-Planck-Institut, polaren Forschungseinrichtungen und der Erdgeologie. Zunächst muss ich darauf hinweisen, dass wir uns gegenwärtig in einer Eiszeit befinden. So wird geologisch jedes Erdzeitalter genannt, an dem beide Pole vereist sind. Derzeit ist das eine gemäßigte Eiszeit, die im 6. und im 14. Jahrhundert empfindliche Abkühlungen erfuhr, woraus Hungerstnöte und Missernten entstanden und im 14. Jahrhundert sogar die Pestepedemie eine Folge war. Zu wenig Sonne war der Grund, aber warum?

Nun, an der Sonne liegt es nur indirekt, aber auch diese ist Zyklen unterworfen, welche wir am deutlichsten als Sonnenfleckentätigkeit identifiziert haben und uns entweder enorme Sonnenwinde bescheren und damit unsere neuzeitlichen Satellitenschwärme im All gefährden, oder bei geringer Tätigkeit kühlere Phasen einleiten. Dabei gibt es Klimaforschung seit Anfang des 19. Jahrhunderts und die Entdeckung der Klimaerwärmung durch Treibhausgase wie Metan (erzeugt durch Tierverdauung) ist noch einmal über 100 Jahre älter. Richtig! Damals gab es weder Fahrzeuge noch Massentierhaltung und auch die Weltbevölkerung kratzte kaum an der Milliardengrenze. Was also noch könnte Klimaschwankungen auslösen?

Dazu sollte man wissen, dass unsere Erde etwa 4,6 Milliarden Jahre alt ist und die ersten 2 Milliarden Jahre die Oberflächentemperatur nicht unter 100 Grad Celsius sank. Zudem gab es kein Wasser, keine Atmosphäre und kein Leben auf der Erde. Erst als die Niederschläge durch Eiskometen auf die Erde kamen, begann unser Erdklima. Knappe 600 Millionen Jährchen später folgte bereits die erste Eiszeit, ohne Menschen, aber ebenfalls ohne Dinosaurier oder viel mehr als nur Wasserlebewesen auf kleiner Basis. Danach entwickelten sich Pflanzen im Meer und auf Land und Tiere krochen an Land und entwickelten sich weiter (irgendwann sogar bis zu uns). Doch der weitere Verlauf des Planeten war niemals stabil oder nur in eine Richtung unterwegs.

Vor etwa 300 Millionen Jahren vereiste der gesamte Planet und diese Phase dauerte etwa 100 Millionen Jahre. Die Entwicklung der Dinosaurier fand erst weitere 100 Millionen Jahre später statt. Die Forschung ist noch unschlüssig über diesen Zeitraum, aber der Ausbruch vieler Vulkane hat wohl zur erneuten Erwärmung und damit zum Abtauen großer Eisflächen geführt. Außerdem gab es zu dieser Zeit nur einen riesigen Kontinent namens Gondwana, der vor etwa 100 Millionen Jahre zu den derzeitig bekannten Kontinenten zerfiel. Angesichts der Gesamtlebenszeit unseres Planeten ist unser Leben einen Augenaufschlag lang und entwickelte sich in einer klimagemäßigten Periode. Was können wir denn wirklich tun? Hier wird es jetzt sicher für einige bitter. Fast nichts! 

Unser Klima funktioniert nicht wie ein Lichtschalter. Ich kann nicht Dosengas, Autoemissionen oder Industriesmog abstellen und morgen ist alles wieder gut, zumal wir kaum anwendungsfähige Alternativen kennen, um weiter auf unserem derzeitigen Niveau zu existieren. Auch rühren nicht alle Probleme von Schadstoffen her, welche wir in die Luft blasen, sondern ebenfalls von der enormen Wasserverschwendung, um Lebensmittel anzubauen oder Tiere zu mästen. Dadurch sind schon viele Wasserresourcen auf der Erde komplett verschwunden, was das Wüstenklima in vielen Regionen nochmals erheblich beschleunigt und damit meine ich Afrika und äquatornahe Länder, denn noch regnet es bei uns genug, noch. Wir sollten uns auf Zyklen einstellen die wir in Jahrhunderten messen, mindestens, denn wenn die Erwärmung weiter fort schreitet wird es nicht wärmer, sondern die Meerensströmungen der Ozeane ändern sich, damit ebenfalls Dauerwinde wie der "Passat", der schon die Wikinger nach Nordamerika getragen hat und eine neue kühlere Phase unserer derzeitigen Eiszeit beginnt. Für Deutschland speziell bedeutet dies, 6 Monate im Jahr Winter und einen kurzen heißen Sommer. Kein Klima auf dem wir Ackerbau betreiben könnten. Was aber ist die größte Lüge an dem Klimathema? Sie ist nicht unser drängenstes Problem! 

Denn das Klima reagiert langsam und immer mit Zeitverzögerung. Viel gravierender ist das Artensterben weltweit. Damit ist nicht der Eisbär oder die Wale gemeint, sondern unsere Plagegeister, die wir so gerne verdammen und ohne die wir uns einfach besser und komfortabler fühlen. Insekten. Die gute Nachricht ist für Insektenphobiker. In den letzten 5 Jahren ist die Menge um 80 Prozent geschrumpft. Nur in Deutschland! Vielleicht fällt es Ihnen jetzt auf, wie wenig Sie im letzten Jahr die Autoscheiben reinigen mussten, wo früher ganze Teppiche auf den Frontscheiben der Nation klebten. Es ist so extrem geworden, dass empfohlen wird, Vögel das ganze Jahr über zu füttern, da wir sonst bald keine Wildvögel mehr haben, denn wo das Futter fehlt verschwinden diese Tiere. Das führt direkt zur nächsten Katastrophe. Den Bienenbeständen. 

Noch merken wir hier wenig, denn Äpfel liegen im Supermarkt und jeder hat noch seinen Honig auf dem Frühstückstisch, doch in China müssen Bäume und Pflanzen schon per Mensch bestäubt werden, einen Dienst, den sonst Insekten kostenlos für die Menschheit übernommen haben, nur die vielen Pestizide, die jede Regierung der Welt gerne als unbedenklich einstuft und für die Benutzung frei gibt, tötet ganze Arten, die wir weder ersetzen noch schnell so hinzüchten können, wie wir es benötigen, denn unser Hunger ist unstillbar und unsere Verschwendung bei Lebensmitteln unvorstellbar groß. Alleine mit den weggeworfenen Lebensmittel der 10 größten Industriestaaten könnte die Weltbevölkerung ausreichend ernährt werden. 

Also, wenn Sie das nächste mal eine Biene, eine Hummel, Mücken oder Spinnen sehen, lassen Sie diese einfach leben, an Ihrem Kuchen rumprobieren oder um Ihren Kopf herumschwirren oder nur über den Tisch krabbeln, denn sonst hören Sie bald nur noch Autolärm oder das unqualifizierte Geplärre von Politikern, die sich am liebsten selbst reden hören. Und wenn das alles nicht hilft. Schein drei mal sind 90 % aller Arten der Erde ausgestorben, die Erde wird es also überleben! 

 Mein Zitat von heute stammt aus der Feder von Wilhelm Busch (1832-1908) "Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Dingen, welche wir nicht kriegen. Drum lebe mäßig, denke klug, wer nichts gebraucht, der hat genug." 

Es grüßt Sie Ihr Schneckenhalter und Kräuterzüchter Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Nichtspinnentöter. Sollten Sie wieder einmal vor Insekten zurückschrecken, bedenken Sie bitte wie furchtbar Sie für die armen Biester aussehen! Wenn Sie schon irgendetwas erschlagen müssen, dann bitte Zeit oder die Langeweile und werfen Sie immer einen Blick in die Natur, es kostet noch nix und macht glücklich.

Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen




Gastkolumne: Arno von Rosen: Glasmenagerie

Der heutige Titel würde natürlich ebenfalls zum "Twitter King" passen, aber dies wäre Tennesse Williams dann vielleicht doch nicht recht, zumal er als Homosexueller in der heutigen Gesellschaft nach wie vor einen schweren Stand hätte. Nur seinen herausragenden künstlerischen Fähigkeiten hatte er es zu verdanken, dass er bereits in den USA der 40er Jahre Auszeichnungen bekam und Erfolge feiern konnte. Nein, dies wird kein Bericht über sexuelle Ausrichtungen, Künstler, US Präsidenten oder Vergangenheitsbewältigungen ... oder vielleicht doch?

Als erstes möchte ich heute meine Leser bitten mir ihre sexuellen Vorlieben zu schreiben, gerne auch gleich hier als Kommentar, auch die Bankverbindung, Lebensgewohnheiten, wo die nächste Reise hingeht oder ob Sie eine Affäre haben, wäre spannend für mich zu wissen, also legen Sie bitte endlich los und unterlassen Sie jetzt Ihr verständnisloses Kopfschütteln, denn ich bin nicht verrückt geworden, noch nicht. Ich bemühe mich jetzt meinen 6. Sinn zu aktivieren und sehe einige schütteln immer noch ihren Kopf, andere warten darauf, dass ich diesen derben Spaß beende, aber fast alle sind sich doch einig. Ich soll diese intimen Dinge nie von Ihnen erfahren stimmts? Ich sehe jetzt einmal darüber hinweg, dass mancher von Ihnen dachte, was ich ihn oder sie mal kann. Könnte ich, mache ich aber aus Prinzip nicht!

Doch Sie müssen es mir weder schreiben, noch im Vertrauen mitteilen, denn ich weiß es ohnehin schon, zumindestens werde ich es bald wissen und dazu werden die meisten (oder doch nicht?) sagen, "Ich habe ja nichts zu verbergen!" Diesen Satz habe ich schon sehr oft gehört, zum Beispiel, wenn die Regierung uns glauben machen will, dass wir nur böse Menschen fangen können, wenn alle Bürger eines Landes unter Generalverdacht gestellt werden. Trotzdem konnte Amri den Anschlag in Berlin verüben, obwohl die Staatsmacht und ebenfalls andere Länder von seinem duzend Identitäten wussten und keinen Grund sahen ihn festzusetzen. Es war also ein jonglieren mit scharf gemachten Handgranaten mit vorhersehbarem Ausgang.

Wenn Sie doch nichts zu verbergen haben, weshalb erzählen Sie mir nicht einfach alles, was ich gerne wissen will? Eben. Sie finden es geht mich nichts an! Tut es auch nicht, doch anderen teilen Sie einfach alles mit und dabei fühlen Sie sich noch ungemein clever, glücklich, zufrieden und sind sogar davon überzeugt, im Gegensatz zu vielen anderen, die Umwelt zu schonen und sogar ein bisschen den Planeten zu retten. Sie finden sich selbst gut und haben ihr Geld sinnvoll investiert, denn Sie sparen Energie, finden schneller Ihr Ziel, sind organisiert und informiert. Mit einem Wort, Sie sind "modern".

Nun ist es natürlich nicht strafbar einen PC zu besitzen, ein Smartphone, Tablet, ein neues Fahrzeug, intelligente Heizungssysteme oder sein Heim mit einem BUS System auszustatten (Bus Unit Sockets). Dabei handelt es sich um ein System zur Steuerung aller Hauselektronik von einem Platz aus, auch von auswärts, heute sehr gerne über WLan gesteuert (Wireless Local Area Network), was nix anderes ist, als per Funk Dinge wie Licht, Heizung, Musik oder den Herd zu steuern. Geil, oder? Wollen Sie doch auch, stimmts? Der Kühlschrank, der Lebensmittel selber bestellt, welche dann angeliefert werden, während Sie noch arbeiten und bereits die Lasagne im Ofen heiß wird, noch bevor Sie den Stau auf dem Weg nach Hause überstanden haben, ist keine Zukunftsmusik mehr, es könnte Ihr Leben von heute sein und für einige ist dieser Traum schon Wirklichkeit geworden. Und im Gegenzug? Was erhalten Sie? Na klar, mehr Freizeitgewinn, weniger Organisation, damit weniger Stress und ein glücklicheres Leben für Sie und für ..., ja für wen eigentlich? Ihren Partner? Mann oder Frau? Schwul oder lesbisch? Kinder oder Haustier? Veganer oder Fleischesser? Normalo oder Perverser?

Ja, ich weiß. Sie haben kein Sterbenswort darüber gesagt und doch weiß ich jetzt alles von Ihnen, vielleicht sogar mehr, als Sie von sich selbst wissen, denn Sie sind ja schließlich ein Genussmensch und kein Säufer, obwohl Sie Single sind (über 30 Prozent der Deutschen Haushalte). Doch die medizinische Statistik sagt etwas anderes und danach sind Sie eben ein Trinker und nur knapp davon entfernt ein Quartalssäufer zu werden. "Na und", werden Sie sagen, schließlich weiß ja niemand was und wieviel Sie trinken, stimmts? Falsch! Denn der Supermarkt, bei dem Sie mit Ihrer Karte bezahlt haben weiß es, der Lieferant, der den teuren Wein regelmäßig liefert weiß es, der intelligente Kühlschrank weiß es natürlich sowieso und da alle diese Daten mit Namen, Bankkonto, Adresse und Zeitpunkten versehen sind, kann man Ihr alkoholisches Leben und jedes andere, welches Sie so schön verborgen vor anderen halten, lückenlos nachvollziehen. Es müssen nur zwei weitere Kriterien erfüllt sein. Einen, der durch diese Informationen Vorteile hat (Geld natürlich) und jemand, der diese Infos besorgt (alle Hacker dieser Welt und das sind ungeheuer viele). Und da rede ich noch nicht einmal von Datenmissbrauch, um ihre Konten zu plündern oder Ihren Herd einzuschalten, wenn Sie nicht da sind, die Heizung abzuschalten oder auf Hochturen laufen zu lassen.

Wenn Sie jetzt das erste Mal etwas die Augen zusammengekniffen haben und sich merklich die Stirn runzelt, sind Sie vielleicht noch nicht ganz verloren, denn diese Welt existiert bereits, direkt bei oder neben Ihnen. Mit dem Smartphone und diversen Ortungsapps, in Ihrem Fahrzeug, welches permanent Daten sendet, Ihrer Kreditkarte, Ihrer Girokarte, egal wo Sie einkaufen, Ihren elektrischen Termostaten, selbst Ihr sonst völlig bekloppter Toaster, der nie macht was er soll, liefert Daten, wenn man ihm es sagt, denn er hängt am Stromnetz und hat elektronische Bauteile,  die man von außen abfragen kann. KEIN Scherz! Zugegeben, wie viele Toast Sie nun wirklich essen, ist relativ uninteressant, wichtig ist nur, dass diese Möglichkeit besteht und zwar überall in unserem Alltag und damit weiß ich die regelmäßige Anzahl der Personen in Ihrem Haushalt, wann Sie wohin fahren und auch wie schnell. Was Sie alles futtern, trinken, anziehen, gucken, welche Hobbies Sie haben und mit wem Sie alles verkehren und freiwillig haben Sie das alles nicht gemacht! Doch, haben Sie, denn Sie haben immer alle Nutzungsbedingungen akzeptiert und niemand hat Sie je gezwungen sich komplett modern zu machen.

Natürlich wollten Sie dies alles nicht. Sie wollten doch nur Energie sparen, vernetzt sein, informiert bleiben und ein bisschen schlauer sein als die meisten anderen Menschen. Keine Angst, das sind Sie auch, alleine schon, weil Sie bis hierhin gelesen haben, doch dieser Lebensstil bringt nicht nur mehr vermeintlich relaxtere Freizeit, er kostet Sie viel mehr Geld als Sie denken und vor allem Lebensqualität. Ein Krankenversicherer interessiert sich bestimmt für Ihre Ernährung, ein Autoversicherer für Ihren Fahrstil, ein Autoankäufer für den tatsächlichen Stand Ihres Kilometerzählers, ein Lebensmittelkonzern für ihre Vorlieben, ein Einbrecher dafür, wann Sie in den Urlaub fahren ..., die Liste ist schier endlos. 

Mit Daten wird heute unser aller Leben bestimmt, sogar US Wahlen oder nach neuesten Unkenrufen auch unsere Wahl im Herbst. Trotzdem schützt uns nur unser eigener Verstand davor gläsern zu werden und uns nackt auf die Straße zu stellen. So bezahle ich seit über 2 Jahren nirgends mehr mit Karte, sondern nur noch mit Bargeld, so wie es früher alle gemacht haben und auch heute ist Deutschland die Hochburg des Bargeldes. Nirgends wird so gerne mit echtem Geld bezahlt wie bei uns, denn wir misstrauen dem Plastikgeld, auch wenn dieser Zustand nicht mehr auf die jüngeren Generationen zutrifft, aber noch sind die älteren Jahrgänge die Bedenkenträger, die sich fragen, ob man wirklich alles machen sollte und muss, im Gegensatz zu den Trendsettern, denen jeder Status wichtiger ist, als die eigene Sicherheit, denn letzten Endes gewinnen wir keine bessere Freizeit, wir verlieren unsere Freiheit, widerstandslos und freiwillig.

Mein Zitat von heute stammt von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) aus dem Zauberlehrling von 1797.

"Die ich rief, die Geister, werd`ich nun nicht los."

Es grüßt Sie Ihr bargeldzahlender Arno von Rosen. Buchautor, Kolumnist, Blogger und Thermostatdreher, egal ob warm oder kalt. Seien Sie vorsichtig mit Ihren Wünschen, denn wir alle sind keine Meister, höchstens Lehrlinge in spe und zumindest von mir muss nicht jeder wissen was ich mache oder wo ich bin.

Walter E. Beck Gedichte und Erzählungen: GIER, MACHT, UNWISSENHEIT UND GELD

GIER, MACHT, UNWISSENHEIT UND GELD

die Diabolik
der neuen, jetzigen Zeit.

Sklaverei, Kulturtötung
und Verfolgung,
Vertreibung,
Kriege führen,
morden und morden,
töten
im Namen
der Religionen.

Alles jetzt
zu dieser Stunde.

Zeitzeuge heute
und morgen angeklagt.

Ich sehe den Untergang
der Gerechtigkeit
und stehe auf, 
um zu rebellieren.

Wer ist der Schuldige
dieser Zeit?

Gegen wen erhebt sich
meine Klage?
Den Politiker,
Opportunist in Gestalt?
Die Partei,
in ihrer Widersprüchlichkeit?
Das Land,
welches ich liebe?
Den Menschen,
zu denen ich zähle?

Ja,
gegen alle Menschen,
die es zulassen.

Wie ich!

Walter E. Beck

beck-art@gmx.de
https://www.youtube.com/watch?v=nJ67Wu3j07A 
http://www.artflakes.com/de/shop/walter-e-beck 

http://interviews-mit-autoren.blogspot.de/2014/03/helga-konig-im-gesprach-mit-dem_10.html