Gastkolumne: Arno von Rosen- Nachrichten ..

...waren für mich als Kind der Mann Karl-Heinz Köpke von der Tagesschau. Andere Nachrichten waren mir zumindest nicht bekannt. Genau um 20 Uhr saß gefühlt ganz Deutschland vor dem zumeist Schwarz-Weiß -Fernseher und blickte in das konzentrierte und sonst ausdruckslose Gesicht des Mister Tagesschau. Selbst unser Graupapagei konnte den Gong mit Ansage auswendig. Was dort vorgelesen wurde schien uns wahr, wichtig und wurde anstandslos akzeptiert. Es war die Grundlage jedes aktuellen Wissens über Deutschland und die Welt. Nur eines hat sich über die vielen Jahrzehnte nicht verändert. Der Konflikt zwischen Israel und Palästina, doch sonst ist kein Stein auf dem anderen geblieben.Wir leben in einem multidimensionalen Umfeld, was die Informationen anbelangt. 

TV Medien mit Nachrichtenformaten sind so häufig wie die Zecken auf dem Hund nach einem Wald und Wiesenspaziergang. Dazu verzweifelte Online Zeitungen (Ableger kaum noch gelesener Papierausgaben), welche alle versuchen die Information als erstes auf den Markt zu bringen, überflügelt von den sozialen Plattformen, Bloggern und natürlich jedem halbwegs Prominenten, der sofort seinen Senf dazu gibt, um ja seine Fangemeinde mit Lachanfällen, Staunen oder Betroffenheitsmitteilungen zu drangsalieren. Doch wie gut sind die Nachrichten, wie werden diese heute ausgewählt und wie tief geht dann die Information?

Beim TV gibt es zwei Möglichkeiten. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten, welche sich über Gebühren finanzieren und die freien Sender, die mit Hilfe von Werbung Fernsehen und damit Nachrichten machen. Das alleine ist sicher nicht der Grund für eventuelle Qualitätsunterschiede, obwohl es für das GEZ Fernsehen nicht in erster Linie um Quoten geht, so wie bei den privaten Sendern, aber ich belasse es beim Vergleich der Hauptnachrichten, obwohl die nur einen kleinen Teil dieser Sparte ausmachen. Natürlich jammern alle über die Kosten von Journalisten, Auslandskorrespondenten und Büros in aller Welt. Wie oft solche Niederlassungsleiter benötigt werden, erkennen wir an den schon bekannten Namen mancher Journalisten, wie einst Peter Scholl-Latour oder an der Unaufgeräumtheit und Stammelei eines Kollegen, der vielleicht das erste Mal vor der Kamera steht und das gleich bei einer Ausnahmesituation, ansonsten würde ja kein Bericht über die Mattscheibe laufen.

Die Güte liegt also an der Professionalität eines Journalisten, seiner Ausstattung, seinen Recherche-Möglichkeiten und seinen guten oder weniger guten Verbindungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft seines Standortes, zunächst. Die Auswahl aller Nachrichten trifft anschließend ein Gremium des Hauptsenders, die jene Themen besprechen, die am Abend gezeigt und besprochen werden sollen/ dürfen (schon hier wird selektiert, ob man einem Hauptgeldgeber ans Bein pinkelt und wenn ja, wie viele Tröpfchen). Stehen die Beiträge fest, wird mit Hochdruck an einer Sendung gearbeitet, damit zum Schluss etwa 12 Minuten Nachrichten herauskommen. Der Rest ist dann Sport und das Wetter. Ergeben diese Themen bei den Privatsendern keine ganze Sendung, wird mit bereits vorproduziertem Material aufgefüllt oder mit jahreszeitlichen Informationen gearbeitet, wie zum Beispiel Urlaubsländer und deren Sitten, Gesetze oder auch mal Niedliches wie Tierbeiträge oder andere Themen. Dieses sind aber keine Nachrichten, sondern es handelt sich um Infotainment, mit dem der Zuschauer am Bildschirm festgehalten werden soll/ muss, denn nur, wenn die Zuschauerquote hoch genug ist, steigen Sponsoren für Nachrichtensendungen ein und zahlen sehr viel Geld dafür vor oder zwischen Nachrichtenteilen Spots zu schalten.

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern existiert dieser Druck nicht, weshalb man dort auch keine Urlauberbefragungen über schlechtes Wetter zu sehen bekommt, oder wie drollige Tiere im Zoo sind oder anderer Quark. Doch bedeutet dies auch gleichzeitig eine gute Tiefe der Information? Gemeint ist zum Beispiel ein neuer Gesetzentwurf, Auswirkungen von Katastrophen, einfach Hintergrundinformationen, die der Zuschauer gerne erfahren möchte. Nein, leider wird selbst in der Tagesschau, den Tagesthemen, dem Heute-Journal und vielen anderen Formaten dezent auf eine App hingewiesen oder auf eine Internetseite. 

Wäre Deutschland zu 99% vernetzt, könnte ich dies voll nachvollziehen, sehe ich mir jedoch die vorhandenen Bandbreiten des WWW in allen Regionen Deutschlands an, addiere dazu unsere bekannte Alterspyramide, die uns ja ständig vor Augen gehalten wird, ergibt sich daraus ein großer abgehängter Teil Bundesbürger, die von diesen Informationen abgehängt sind,sie aber nicht erhalten können. Das erfüllt sicher auch nicht den Informationsauftrag der per Gesetz für die GEZ Sendeanstalten vorgegeben ist.Was die Neutralität anbelangt sind längst alle Züge abgefahren, hüben wie drüben, denn es bestimmt der Zahler die Musik, welche bei den Nachrichten gespielt wird. Geht nicht, sagen Sie? Falsch, geht doch und das sehr gut. 

Dass Sender zugunsten von Parteien arbeiten, ist schon länger so und deshalb ist eine Sendergruppe namens RTL gerne bei der SPD vor Ort, während sich ARD und ZDF lieber mit der CDU beschäftigen und auch alle gerne unabhängige Meinungsforschungsinstitute beauftragen eine objektive Aussage von Bürgern zu erhalten (Sie erinnern sich an meine Art damit umzugehen?) und das funktioniert folgendermaßen. Der Auftraggeber möchte wissen, wie beliebt Merkel oder Schulz in der Bevölkerung sind und stellen 5 Fragen: 
Wem vertrauen Sie eher in der Außenpolitik? 
Für wie zuverlässig halten Sie den Kandidaten? 
Wem trauen Sie mehr Veränderungen zu? 
Wer wird für eine sicherere Zukunft Sorge tragen? 
Wer hat seine Wahlversprechen solider finanziert?

Sie brauchen es mir nicht zu sagen, denn das Ergebnis der Umfrage ist pro Merkel ausgelegt, obwohl meine Fragen neutral aussehen, sind sie es nicht und so funktionieren Umfragen, denn in der Regel will der Auftraggeber schon vorher wissen, wie das Ergebnis ausfällt. Doch diese Umfragen beeinflussen Menschen erheblich, denn gerade die Unentschlossenen und Wankelmütigen schließen sich gerne der Schwarmintelligenz, also der Masse an. Leider funktionieren so oder so ähnlich alle Nachrichten, nur fällt es nicht in dieser Größenordnung auf, denn wer ist schon geschult im herausfiltern von Halbwahrheiten? Stimmt es, wenn eine Nachrichtensendung darüber informiert, dass von 2005 bis 2009 der Sprit um 50% teurer geworden ist? Ja, es stimmt. Doch hätte man die Jahre von 2002 hinzugenommen, wären es 100% gewesen. Es gibt also irgendwo eine Interessensgruppe die lieber einen geringeren Anstieg suggeriert hätte, als in Wirklichkeit. Ist es dann noch die Wahrheit oder bereits eine Halbwahrheit oder gar eine Lüge?

Tatsache ist, dass kaum ein Mensch während einer Nachrichtensendung diese Fakten überprüfen oder dieses Ergebnis später via eigener Recherche verifizieren kann und damit rechnet natürlich der Verantwortliche für ein solches Format, egal ob Chefredakteur, Spartenboss oder Senderchef. Für die Sender ist es "Business as usual", aber für uns ist es die Grundlage vieler Entscheidungen und damit meine ich nicht sich Butter zu kaufen, weil die Bauern mehr Milchgeld haben wollen, sondern ich meine große Anschaffungen wie ein Fahrzeug, Diesel oder nicht, mit Strom, Hybrid, Gas usw. oder Dämmung von Eigenheimen, Altersvorsorge und vieles mehr. Geschieht dies aufgrund falscher, gefälschter oder halber Wahrheiten, kann das Ergebnis fatal sein, so wie bei der Riester-Rente, die wirklich NUR den Konzernen gedient hat und nicht dem Sparer. Jetzt kaufen die Menschen wieder vermehrt Benzinfahrzeuge, obwohl diese viel mehr CO² in die Luft blasen als jeder Diesel, ein Umweltdilemma ersten Grades und von Elektrofahrzeugen (welche ja auch Emissionsreduziert hergestellt werden müssten, ebenso wie der Strom dafür) ist keine Spur auf dem deutschen Autobauermarkt zu sehen.

Machen Sie sich durchaus einmal die Mühe den tatsächlichen Nachrichtenanteil aus einer Sendung mit der Uhr herauszustoppen, keine Einleitungs- und Überleitungssätze, keine Vorankündigungen was noch später in der Sendung gezeigt wird, keine Interviews von Politikern, die wieder viel erzählen, aber nichts wirklich meinen. Sie werden erstaunt sein, wie wenig da an tatsächlichen Nachrichten übrig bleibt. Dazu noch Bilder von verwüsteten Innenstädten nach Anschlägen, immer und immer wiederholt, Tote, Verletzte, Blutlachen, Notaufnahmen in Krankenhäusern, alles Dinge, die Sie später bei jedem Gesetzesvorschlag beeinflussen werden und die mit dem Nachrichtenanteil nicht das geringste zu tun haben, aber welche ohne jegliche Schamgrenze gegen Sie und die Opfer ausgestoßen werden, oder wollten Sie Ihre eigene tote Familie auf einem Bordstein in irgendeiner Stadt auf der Welt liegen sehen, um die Sensationsgeilheit einiger Quoten und Geldmacher zu unterstützen? Sicher nicht! Jedenfalls ich nicht, weshalb ich mir solche Beiträge gar nicht erst ansehe.

Mein Zitat von heute stammt von Rita Süssmuth (geb. 1937, CDU):

"Den Boden für neues Denken, Innovation und Ziele zu bereiten, ist auch Aufgabe der Medien" - ein Schelm, der böses dabei denkt.

Es grüßt Sie Ihr informierter, argwöhnischer und nicht leichtgläubiger Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Wissbegieriger. Lassen Sie sich nicht ein X für ein U vormachen, denn oft genug ist es ein Y mit Zuckerguss unter dem sich ein Z versteckt und nur darauf warten, Ihnen in den Allerwertesten zu beißen.

Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen



Gastkolumne: Arno von Rosen: Sport ist ... Mord!

Sie wussten, dass ich das schreiben würde? Gut, ich wusste, dass Sie das denken würden. Nun sind wir quitt und wenden uns dem Artikel zu, denn er ist ernst und ich kenne mich mit körperlicher Ertüchtigung wirklich aus. Zwischen meinem 17 und 23 Lebensjahr habe ich Hochleistungssport betrieben und damit meine ich 6 Tage Training die Woche. Jeweils 2-3 Stunden am Morgen und 3-4 Stunden am Nachmittag. Keine Muckibude, sondern Übungen mit dem eigenen Körpergewicht und Ausdauertraining mit 100 km Rad fahren, 10-25 km Lauftraining und 2-3 Kilometer schwimmen (am Tag). 800 m in 1 min 58 sek, Marathon 2,38 Std. Dazu Football, Tanzen und Brötchen holen in der 5 km entfernten Bäckerei als Aufwärmtraing. Ergebnis: Ruhepuls 46, Gewicht 72 kg, Größe 180 cm, 800 Watt für 3 min bei max 196 Herzschlägen, Lunge 5,7 Liter, Herz fast doppelte Größe. Dazu schon damals ausgewogene Ernährung ohne Alkohohl, aber Kohlenhydrate bis der Arzt kommt. Echten Sportlern werden diese Werte etwas sagen, aber es dient nur zur besseren Anschauung und ein gewisses Verständnis, wie lange es dauert eine solche Form zu erreichen. Worum gehts?

Wir lieben Spitzensport und wenn jemand besonders erfolgreich ist, wird er gerne mal zum Helden. Ob Rad fahren oder Leichtathletik, aber auch der Fußball ist Spitzensport. Wer das nicht glaubt, soll einfach mal das Spielfeld 4 mal ablaufen (nicht spazieren) und danach seinen Puls messen und wie lange es dauert, bis dieser wieder unter 100 Schlägen pro Minute ist. Bei mir waren es 60 Sekunden, um von 160 Schlägen wieder auf 90 zu kommen und nach 5 Minuten war er bereits im Ruhepulsbereich. Es gibt keine Tricks, um diese Werte zu erreichen. Weder chic klingende Bauchtrainer, die ich beim Fernsehgucken umschnalle, noch (un)leckere Drinks und ebenfalls keine noch so ausgefeilte Diät. Es hilft alleine die Beständigkeit und die körperlichen Voraussetzungen, welche angeboren sind wie, Größe, Muskulaturaufbau, Sauerstoffumsetzung, exzellentes Knochengerüst usw. Natürlich gibt es verbotene Substanzen, die entweder die Muskulatur aufbauen oder Produkte, welche mehr Sauerstoff in den Körper bringen (Epo, ein körpereigener Stoff in gewissen Mengen) und damit eine schnellere Regeneration des Körpers bewirken, also den Punkt, wo der normale Mensch tagelang mit Muskelschmerzen und Energieverlust leben muss, die sich Extremsportler nicht leisten können. Wieso nicht?

Nehmen wir mal den Radsport und hier gleich die viel gepriesene Tour der Leiden durch Frankreich. Nach den Dopingskandalen der vergangenen Jahre und der teilweisen Abstinenz der öffentlich rechtlichen Sender, ist wieder alles beim alten. Sie fahren wieder, unsere Helden, egal aus welcher Nation. Da erleidet der Gladiator auch schon mal einen Einbruch und verliert viel Zeit auf einer Etappe, aber am nächsten Tag greift er natürlich an, überwindet seinen inneren Schweinehund, wächst über sich hinaus und vollbringt ein Wunder! Falsch. Wunder gibt es nur in der Natur und da wäre es schon ein Wunder, wenn solche Strapazen keine gesundheitlichen Schäden hinterlassen, denn was wir als übermenschlich bezeichnen ist es auch. Um solche Tage, gleich mehrfach, überstehen zu können, reicht die Regenerationsfähigkeit selbst eines austrainierten Körpers nicht aus, denn unser Organismus ist für diese Dauerhöchstleistung nicht gebaut, weshalb dann mit sauerstoffangereichtertem Blut und anderen Mittelchen nachgeholfen wird. Dies gilt natürlich ebenfalls für den Fußball oder ganz ohne Frage für Leichtathletik. Beispiele?

Wer kennt nicht noch Carl Lewis, King Carl, der Goldmedaillen reihenweise für die überlege USA abgeräumt hat oder seinen bösen Kontrahenten, Ben Johnson (Kanada), welcher bis zur Halskrause gedopt war. Übrigens genauso wie Carl, nur, dass diese Dopingergebnisse erst lange nach seiner Karriere bekannt wurden und durch Bestechung vom US Verband vor jeden Olympischen Spielen eine Veröffentlichung verhindert wurde. So, wie bei 8 der 10 besten Sprinter oder Läufer im Allgemeinen. Auch bei der WM in London laufen wieder Sportler die zuvor schon des Dopings überführt und gesperrt wurden und ..., gewinnen wieder Gold. Absurd finden Sie? Ja, aber eingeschaltet wird trotzdem, denn unsere Athleten sind bestimmt sauber, denn diese sind einfach zu schlecht, um gedopt zu sein. Wieder falsch. Schlechtes abschneiden hat selten etwas mit Doping zu tun, sondern mit professionellem Training und da habe selbst ich in meiner Jugend mehr gemacht, als Teilnehmer von Weltmeisterschaften, aber ich musste auch nicht nebenher arbeiten, studieren oder in irgendwelche Trainingscenter fahren. Meine Zeit galt dem Trainig, aufstellen von Plänen, kontrolle meiner Leistungen und richtiger Ernährung.Ich musste auch nicht für mein Land den Beweis antreten besser zu sein, als ein anderes politisches System, so wie Sport heute betrieben wird.

Leider ist niemand am Austrocknen dieser Umstände interessiert, selbst wenn Russland als ganze Nation gesperrt wurde, was armselig ist, angesichts der Dopingmöglichkeiten und deren schnelle Verschleierung durch andere Medikamente, die mit aktuellen Methoden nicht nachzuweisen sind, erst in ein paar Jahren und wer interessiert sich dann noch für Olympia Rio? Niemand, denn Sport ist nur Live interessant und nur dann lassen sich Botschaften und Werbung verkaufen. Und nur dann wird "Big Money" gemacht. Rückzahlungen a la Lance Armstrong sind höchst selten, da jeder in dieser Branche weiß, wie solche Leistungen zustande kommen, aber man redet nicht drüber, außer mal unser ehemaligen Kaiser Beckenbauer, der so lapidar über ein paar Spritzen vor dem Spiel geplaudert hat und alle lachten darüber, außer vielleicht die Verlierer. Sind denn alle Sportler gedopt?

Natürlich nicht! Nur werden SIE den Unterschied nicht sehen, wenn Sie nicht wissen, wie sich ein voll austrainierter Körper anfühlt und wie dünn die Grenze zwischen einem fantastischen Tag und einer normalen Höchstleistung ist. Das Usain Bolt keine Spitzenleistung mehr bringen kann, sieht man alleine an den Muskelansätzen seiner Oberarme (nein, kein Scherz) die nicht dieselbe Ausprägung ausweisen, wie zu seinen besten Zeiten. Ergebnis von viel zu wenig Training, entweder durch Verletzungen, denn ein Sportlerkörper altert im Zeitraffer oder fehlender Motivation die vielen Stunden zu arbeiten, die für eine Goldmedaille ausreichen. Er muss also nie gedopt haben um so gut zu sein, aber Sie sollten immer bedenken. Ein Sportass kann seine Bestform nie auf Befehl abrufen, sondern nur 95 Prozent, der Rest ist Tagesform und die 100 % erreicht niemand oft in seinem Leben, weil ein Körper die maximale Leistung eigentlich nur unter tödlicher Bedrohung abgibt und die ist nicht täglich simulierbar.

Mein Zitat von heute stammt von Voltaire (1694-1778, François-Marie Arouet) französischer Philosoph und Schriftsteller. "Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun." 

Es grüßt Sie Ihr gemütlich trainierter Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Nichtmehrsportgucker. Falls Sie Sport betreiben, machen Sie Pausen, falls nicht, bewegen Sie sich endlich von der Kiste weg! Und die Schlaumeier unter Ihnen sollten wissen, dass Winston Churchill zwar 91 Jahre alt wurde, aber einen Herzinfarkt und zwei Schlaganfälle zuvor hatte.



Gastkolumne Arno von Rosen: Gesammelter Mist

Sie kennen das ganz sicher! Man schaltet die Glotze ein und alle zwei Minuten könnten Sie sich über irgendein Thema schwarz ärgern. Entweder Sie können die Bigotterie nicht mehr aushalten oder die ewig gleichen Lügen nerven Sie und das Sommerloch tut ein Übriges, Ihnen die schönen Tage zu versauen. Für SIE werde ich mich heute mal richtig ins Zeug legen und Dampf ablassen, denn mein Ventil zischt und pfeift, dass es Ihnen Angst und Bange werden könnte, aber keine Angst, wir sitzen alle auf der Titanic, deshalb können Sie sich entspannt zurück legen und einen kühlen Drink genießen.

Wo ich mittlerweile extrem abgestumpft bin ist der Begriff "Terror", denn bei fast jeder Gewalttat werfen jetzt die Medien mit diesem Wort um sich. Es ist schon wirklich schlimm genug, dass es verblendete Narren gibt, die zu Gewalt aufrufen und damit labile Menschen zu Mördern werden lassen, aber muss wirklich unser aller Leben jetzt unter dem Generalverdacht des Terrors stehen, wenn es angeblich so wichtig ist, unseren Alltag weiter zu führen? Ich hab die Schnauze von Leuten voll, die mir ein friedliches unabhängiges Leben vorbeten, mich aber dauernd mit ihren Terrorgewäsch behelligen, ohne selber davon Ahnung zu haben.

Auch richtig nervtötend sind Politiker, die sich sonst einen Scheiß für uns interessieren und mich jetzt am liebstem zur Wahlurne tragen möchten, mit Stulle und Heißgetränk, nur um mir hinterher Bringservice und Verpflegung aufs getrübte Auge zu drücken. Soooo viele Themen sind jetzt oberwichtig und dulden keinen Aufschub mehr, wegen unserer Kinder und der Zukunft sowieso. Was ich mich dann frage ist, wo waren diese Schwätzer denn die letzten vier, acht, zwölf oder mehr Jahre? Eben, die haben ausschließlich ihre Interessen und die ihrer Lobbyisten verfolgt, ob Massentierhaltung, Pflanzenschutzmittel (was für ein Schutz überhaupt?), Menschenrechte der Länder mit denen wir trotzdem glänzende Geschäfte machen. Diese widerliche Moral ekelt mich an und taugt nicht für einen demokratischen Staat, der seine Bürger und ihre Rechte angeblich für das wichtigste hält.

Ebenso kann ich Nachrufe von Politikern nicht mehr hören, die in Salbei und Myrrhe eingepackt werden und dabei ein Heiligenschein erzeugt wird, der nicht mal nachtaktive Tiere blenden würde. Sehe ich mir deren Vita dann genauer an, sind da immer Korruption, Lügen, Vetternwirtschaft, Steuerdelikte und persönliche Bereicherung im Spiel und ich will noch nicht mal von den wirklich IMMER betrogenen Ehefrauen reden, ausnahmslos, bis in die 60er Jahre zurück. Es würgt mich, wenn dann die Frauen, die ansonsten zurecht auf die Barrikaden gehen, um für ihre Rechte zu kämpfen, dann den heiligen Singsang des Erlösers anstimmen, obwohl der eben abgetretene ein Egomane und Misanthrop war. Meine Oma hat immer zu mir gesagt, "Junge, wenn Du nichts gutes über einen Menschen sagen kannst, schweige einfach." So mache ich es dann auch.

Urlaubswetterbefragungen als Nachrichten verkaufen ist so dämlich, dass man solche Sender einfach vermeiden sollte, denn es gibt sicher wichtigeres, als Familie Kasupke aus Castrop-Rauxel zu fragen, ob ihnen der Regen auf Rügen gefällt. Da steck ich mir schon fast den Finger in den Hals vor Ärger, dafür Strom zu verschwenden. Wahrscheinlich sind den Nachrichtenmachern einfach die entflohenen Haustiere ausgegangen und alte Beiträge waren auch nicht mehr im Kellerarchiv. Da Reihen sich Banalitäten so dicht aneinander, dass die Sender auch gleich Werbung durchlassen laufen könnten. Würde kaum auffallen.

Wo mir aber fast die Ader auf der Stirn platzt, sind diese ewigen Verharmlosungen, wenn Millionen Deutsche so kräftig über den Tisch gezogen werden sollen, dass keine Brandsalbe der Welt diese Wunden zu heilen vermag. Da haben mal eben im Kollektiv alle Deutschen Autobauer beschlossen, uns über Jahrzehnte zu betrügen, bei Preisen und ihren angeblich wundersamen umweltschützenden Filtertechniken und wenn dann zu Tage gefördert wird, was für einen Dreck die alle machen, betrügt der Minister Doofrind und das Kraftfahrbundesamt uns nach allen Regeln der Kunst und will uns weiß machen, dass es mit ein paar Spielereien bei der Software getan wäre. BULLSHIT! Im Handelsrecht kenne ich mich bestens aus und deshalb weiß sogar ich, dass dies vorsätzlicher Betrug und Bildung einer Mafiastruktur ist, um geschäftsmäßig Kunden abzuzocken. Da hat dieses alberne Ministermännchen dann noch die Chuzpe uns diese Monstersauerei als geklärt zu verkaufen, kurz bevor sich die großen Konzerne um die Wette selber anzeigen, um in den Genuss der Kronzeugenregelung zu kommen, damit sie freigesprochen und nicht zu Strafgeldern verdonnert werden. Ist das für Euch noch, "Das Auto", "Vorsprung durch Technik", "Freude am Fahren", "Das Beste" oder nicht? Eben! Die sollen alle mal von ihrem verdammt hohen und total überbezahlten Sockel runtersteigen und lieber zuverlässige Wagen bauen, die kein reines Umweltgift sind und zudem wieder bezahlbar.

Diskussionen um Kioto-Protokolle, Pariser Abkommen und der gleichen mehr, scheinen mir inzwischen älter als die Menschheit selber zu sein und die ganzen Absichtserklärungen, die ja nie verbindlich werden, sind nicht das Papier wer, auf welches man die Laberei gedruckt hat. Immer wird von Temperaturbeschränkung geredet und von der Minderung des CO² Ausstosses, aber Tatsache ist, dass sich solche Dinge nur mit leichteren Fahrzeugen, mit viel weniger technischen Spielereien und mehr Filtertechnik erzielen lassen. Bei Großfahrzeugen mit zwei Tonnen Gewicht funktioniert das schon mal gar nicht, also wird ein Mittelwert für die ganze Flotte in Brüssel beschlossen und schwups, hat jeder Hersteller ein unbrauchbares sauteures Elektrofahrzeug im Programm, damit auch die Ober- und Luxusklasse verhökert werden darf. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich da Kotzen möchte, ehrlich!

Dazu kommt, dass sich unser Klima nicht per Knopfdruck verändern lässt und schon jetzt das Artensterben 12 mal schneller voranschreitet, als unter normalen klimatischen Bedingungen. Das letzte Mal, als diese Geschwindigkeit des Artensterbens auf der Erde stattfand, war unsere Erde danach eine unbewohnbare Wüstenei, so vor 600 Millionen Jahren und da gab es noch keine empfindlichen Säugetiere, so wie uns. Übertrage ich jetzt diese Geschwindigkeit auf unsere heutige Zeit, ist bereits Ende des Jahrhunderts Schluss mit dem Leben auf unserem einzigen bewohnbaren Planeten. Mal ganz ehrlich Leute, bei so viel Ignoranz auf der Welt, kann einem doch echt die Galle überlaufen, oder?

 Mein Zitat heute stammt von Albert Einstein (1879-1955) theoretischer Physiker.

"Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will."

Es grüßt Sie Ihr bescheidener Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger, Fotograf und Freidenker. Nehmen Sie sich immer die Zeit eine eigene Sichtweise für sich zu finden, denn auch Genies haben nicht immer recht und ich sowieso nicht. 

Ihnen einen guten Sommer, jetzt hoffentlich mit deutlich weniger Frust, denn Sie sind nicht alleine. Jedenfalls noch nicht.

Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen



Gastkolumne: Arno von Rosen: Arbeitsmoral

Den Deutschen wird ja gerne einiges an Klischeés nachgesagt. Sie seien pünklich, zuverlässig, fleißig und vieles mehr. Ebenso werden die Japaner gesehen, doch stimmen diese Behauptungen wirklich? Und was könnten die Gründe dafür sein? Sicher ist nur, dass sich solche Vorurteile über lange Zeiträume entwickeln und nur schwer wieder aus den Köpfen anderer Nationen verschwinden. Bei positiven Eigenschaften ist das natürlich kein Problem, nur wenn es mal ans Eingemachte geht, zeigt jeder gerne mit dem Finger auf andere, deshalb fange ich jetzt bei mir an.

Ich war nicht immer ein Workaholic, aber wäre ich jetzt keiner, könnte ich meine Selbstständigkeit kaum überleben, doch bevor ich Manager war, Geschäftsführer und Unternehmensberater (nein, ich habe dem Schäfer nicht gesagt wie viele Schafe er besitzt), war ich mal sehr jung. Um genau zu sein, ich war 17 Jahre, als ich mein Elternhaus verließ, was gleichzeitig bedeutete, keine Unterstützung mehr zu bekommen. Da ich vom echten Leben keine Vorstellung hatte (für die jüngeren Leser = null Checkung) begann ich mich durchzuwurschteln. Neben Zeichnungen, mit denen sich gutes Geld verdienen ließ, verdingte ich mich in zahlreichen Jobs, unter anderem in einer Brotfabrik. Es ist kein Spaß mit samtweichen Händchen jeden Tag 30 Tonnen Brot zu bewegen, an Öfen mit 250 Grad zu stehen, bewaffnet mit mehrlagigen Sicherheitshandschuhen, welche dreimal pro Schicht durchbrannten und so war mein Verhalten nicht sonderlich professionell. Ich schluderte, wo es nur ging, kam regelmäßig 5 Minuten zu spät zur Arbeit, diskutierte mit dem Abteilungsleiter über jeden Scheiß und flog natürlich raus, als ich mich am Finger verletzte.

Zu diesem Zeitpunkt war mir nur wichtig genug Geld zu haben, um eine Wohnung zu bezahlen, etwas zu Essen zu haben und jedes Wochenende unterwegs zu sein und ich meine JEDES Wochenende. Selbst 41 Grad Fieber hielten mich da nicht ab. Krank geht immer noch am Montag ;-) Mit einem Wort, ich war ein "Faulpelz" und wer Deutsche nach mir beurteilt hätte, wäre schreiend davon gelaufen:D Solche Jobs habe ich gleich dutzendweise ausprobiert, immer auf der Suche nach Spaß, etwas Geld und vor allem Erfüllung. Die gab es nicht, doch eines habe ich in den Situationen gelernt. Respekt vor den Menschen, die so etwas ihr Leben lang durchhalten, denn dafür bin ich nicht gemacht. Erst als ich lernte nicht jedem zu sagen was ich so dachte, wurde es leichter und die Jobs dauerten länger, natürlich auch, weil ich zwischenzeitlich Vater geworden war und die Anwesenheit meiner Frau den nötigen Druck auf meinen Schweinehund ausübte. Als ich endlich das Büro als mein neues Zuhause entdeckte (ich wollte nie so einen Kasten von innen sehen), fand ich mein berufliches Glück und wurde der Vorzeigearbeiter vor dem Herrn.

Dabei habe ich unglaublich viele verschiedene Menschen und ihre Mentalitäten kennen gelernt und bemerkt, dass ganz andere Kriterien den durchschnittlichen Deutschen zur Arbeit treiben. Pünktlich sind wir (meistens), doch nicht, weil wir Pünktlichkeit lieben (bei anderen schon), sondern weil wir uns einen Vorteil davon erhoffen und mal ganz ehrlich. Sind Sie nicht ein bisschen schadenfroh, wenn Ihr Terminpartner nach Ihnen eintrifft? Ein gutes Gefühl, gelle? :-) (es ei denn der Drecksack kommt viel zu spät) Zuverlässig sind wir natürlich ebenfalls, aber nur mit Genörgel und Grimmen (ja, wir Deutsche sind Weltmeister im jammern, wirklich!), denn nichts möchten wir mehr als alles schleifen zu lassen und so sehen unsere Wochenenden dann auch sehr oft aus. Es wird gerne gebummelt, ob beim Aufstehen oder schon dem Frühstück, es sei denn wir haben etwas konkretes vor, dann kann man wieder die Uhr nach uns stellen ;-) Ganz schlimm ist auch die Unterstellung mit dem Fleiß. Der Deutsche ist nicht wirklich fleißig, nicht in dem Sinne wie es die Japaner sind, denn wir wollen nur nicht, dass unsere Kollegen besser dastehen als wir und wenn dieses häufig vorkommt (aus dem Grund musste ich Manager werden), werden wir liebevoll von unseren Kollegen gehasst, denn fleißige Mitarbeiter versauen den Leistungsschnitt und bringen die Chefs nur auf dumme Gedanken, von wegen Mehrarbeit.

Sie sehen, wie schnell die Vorurteile entkräftet werden können, wenn man nur genug Menschen kennen gelernt hat und mit ihnen arbeiten durfte. Natürlich sind das Innenansichten und selten existiert ein Chef, der wirklich etwas von Mitarbeiterführung versteht. Wie auch, der durchschnittliche Boss ist so bereits von der Uni gekommen, mit all dem schönen theoretischen Wissen und absolut null Ahnung wie Menschen funktionieren, die sich nicht ihr halbes Leben auf Holzbänken rumgedrückt haben. Dabei wollen die meisten Arbeiter und Angestellten nur wenig von ihrem Job. Gerechte Bezahlung (und natürlich keine Lügen, warum es dieses Jahr keine Gehaltserhöhung gibt, während draußen die Chefs ihre Nobelkarossen im Schatten parken) und Anerkennung. So einfach ist das. Dann und wirklich nur dann sind die Deutschen gerne pünktlich, zuverlässig und fleißig und ihnen kommt höchstens mal ein kecker Spruch über die Lippen, wenn wieder mehr Arbeit anfällt, als sich eigentlich schaffen lässt.

Nicht jeder will oder kann Chef werden, aber jeder verdient Respekt, sogar der Boss, falls er alles für seine Mitarbeiter getan hat, denn wer kein Einzelkämpfer ist, so wie ich, der benötigt Menschen die nicht schon Sonntagmittag darüber nachdenken wie übel der nächste Tag wird. Trotzdem sind wir das produktivste Völkchen der Erde, also kann nicht alles falsch sein was wir machen und an dem Spaß arbeiten wir ja noch, stimmts? ;-)

Mein Zitat heute stammt von Oscar Wilde (1854-1900) irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor.

"Arbeit erscheint mir nie als Realität, sondern als Mittel, der Realität aus dem Wege zu gehen."

Es grüßt Sie Ihr zunehmend abschlafender Arno von Rosen (Arbeitsalter 67 - juhuuu), Buchautor, Kolumnist, Blogger, Fotograf und Sklaventreiber, Geissel der eigenen Arbeitswelt und Rekordhalter im Dauermalochen. Wenn Sie in Lohn und Brot stehen, gönnen Sie sich mal ein Brötchen und wenn Sie der Cheffe sind, kaufen Sie Ihren Mitarbeitern mal ein Eis (nein, nicht abgepackt, Sie Knauser).

Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen



Gastkolumne Arno von Rosen: Monopol der Gewalt

Nur hin und wieder äußere ich mich politisch oder zu bestimmten Ereignissen. Zu sehr sind alle Nachrichten mit negativen Informationen durchsetzt. Das ist jetzt keine Medienschelte, sondern unserer menschlichen Natur geschuldet, die bei tragischen Vorgängen, Gewalt, Tod oder Katastrophen mehr Anteil nimmt, als bei positiven Nachrichten, es sei denn, diese „guten Ereignisse“ beeinflussen einen Großteil der jeweiligen Nation, wie bei einem Gewinn einer internationalen Sportveranstaltung oder ähnlichem. Helden sind eben vergänglich, während das Böse eine gewisse Faszination auf uns ausübt.

Terror stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Schrecken“. Der englische Mathematiker, Staatstheoretiker und Philosoph Thomas Hobbes (1588-1679) verwendete den Begriff im Zusammenhang der Spanischen Armada, welche den Angriff auf England vollzog, wobei seine Mutter mit ihm als Frühgeburt nieder kam. Später sagte er darüber, dass seine Mutter damals Zwillinge zur Welt gebracht hatte, ihn und die Furcht. 1789 warfen die französischen Aufklärer Frankreichs der Regierung Terror vor, nur um diese Gewalt wenige Jahre später selbst auszuüben. Wenn wir also über eine Sache Gewissheit haben ist es, dass der Terrorismus weder ein islamisches, noch ein außereuropäisches Problem darstellt, sondern grundsätzlich von Staaten ausgeübt wurde. Heute hat sich diese Definition geändert in Randgruppen, die mit Gewalt und Tod den Staat in die Knie zwingen wollen, in dem sie die Bevölkerung verängstigen.

Allen Kriegen auf europäischem Boden gingen Terrorakte voraus, begleiteten diese und wurden nachher weitergeführt, natürlich nur zum Schutz der eigenen Bevölkerung. Ob nun in der ehemaligen Sowjetunion (genau wie im heutigen Russland), in der ehemaligen DDR oder auch in der Bundesrepublik Deutschland. Zuerst übte der Staatsapparat die Gewalt aus und wenn sich zumeist ein kleiner und junger Teil der Gesellschaft dagegen auflehnte, schlug der Staat oft unverhältnismäßig dazwischen. So entstand zuerst die 68er Studentenbewegung, aus der dann kurze Zeit später die RAF resultierte. Damit das Gewaltmonopol bei Polizei und Bundeswehr blieb, wurden sogar Anschläge (zusammen mit Italien) verübt, um ein Aufrüsten zu rechtfertigen. So erleben wir es heute wieder. Dieser Umstand rechtfertigt weder die Gewalt der RAF, noch jeder anderen Terrorgruppe, erklärt aber teilweise deren Entstehung.-

Kein Anschlag vergeht ohne das darauf hingewiesen wird, dass es keine absolute Sicherheit gibt, wir uns dem Terror nicht beugen werden, aber das wir Freiheiten für ein sichereres Leben aufgeben müssten. Hierfür benötigt man dann mehr Kameras, mehr Datenvorratshaltung, durchsichtigere Bürger, Kontrollen oder lückenlose Überwachung durch die Errungenschaften der Technik und die ist vielseitig und kommt oft als Freizeiterschaffer daher. Dabei werden mit diesen Methoden kaum Gewalttäter zu überführen sein oder daran gehindert werden Terror auszuüben. Fast in jedem der zuletzt häufigen Anschläge hat sich gezeigt, dass die Täter längst im Raster der Behörden waren, nur haben es nicht einmal die Bundesländer geschafft sich untereinander auszutauschen. Ein so unmögliches Versäumnis, dass alleine schon wegen der Lächerlichkeit des Kompetenzgerangel duzende Köpfe rollen sollten, auch auf Ministerebene, denn das unwürdige Verhalten unserer Politiker kostet Menschenleben und zieht allenfalls Absichtserklärungen nach sich, jedoch nie echte Konsequenzen.

Natürlich wird dann sofort nach schärferen Gesetzen gerufen, aber sind wirklich die Gesetze schuld? Werfen Sie hier einfach einen Blick in Artikel 20 unseres Grundgesetzes. Die paar Zeilen sollten Ihnen die Augen öffnen, denn eigentlich werden wir geradezu aufgefordert ungehorsam zu sein, wenn wir als Bürger feststellen, dass unser Land vom Terror bedroht wird. Nur, was sollen wir tun, wenn diese Gewalt von der Regierung ausgeht? Was ich meine? Natürlich Waffenlieferungen in Länder auf Umwegen, in die wir eigentlich nicht liefern dürften, aber dennoch Mittel und Wege finden Saudi Arabien, das nördliche Afrika und den mittleren Osten unter Waffen zu stellen und wenn wir es nicht machen kommen die Russen oder die Amerikaner und das „Geschäft“ läuft an uns vorbei. Wir werden nicht gefragt und ein Wahlkampfthema ist dies auch nie, sollte es aber sein.

Um 30 Milliarden soll unser Militärbudeget in den nächsten 5 Jahren wachsen auf etwa 70 Milliarden. Doch wessen Schutz finanzieren wir eigentlich? Greifen uns die Russen an? Nordkorea? China? Nahoststaaten? Und wenn es so wäre, was hülfen uns bessere Panzer, schnellere Flugzeuge, Drohnen, gerade schießende Gewehre oder nichtrostende Hubschrauber? Gar nichts, denn so findet kein Krieg der Zukunft statt. Und die innere Sicherheit? Noch ist im Grundgesetz ausgeschlossen die Bundeswehr für die innere Sicherheit einzusetzen und das hat gute Gründe die noch nicht so lange zurück liegen. Flintenuschi hat sehr pathetisch auf die armen Soldaten hingewiesen, die für unsere Sicherheit und Freiheit in Friedensmissionen in der Welt unterwegs sind und doch eine gute Ausrüstung bräuchten. Natürlich sollen unsere Soldaten nicht mit Besenstielen im Ausland rumlaufen, sie sollen überhaupt nicht ins Ausland reisen, denn es gibt für sie dort überhaupt nichts zu tun, denn die Gewalt ist durch die Bundeswehrausbilder kein Stück zurückgegangen und dennoch haben viele unserer Soldaten mit dem Leben dafür bezahlt

Natürlich bin ich nicht naiv und eine kompetente Einsatztruppe ist wichtig, nicht nur beim Wechsel der Bundespräsidenten, aber anstatt mehr Soldaten einzustellen, sollte deren Zahl drastisch reduziert werden auf höchstens 50.000 beschränkt, denn wir werden nicht wie zu Napoleons Zeiten auf dem Schlachtfeld gegeneinander antreten, sondern im Ernstfall sorgen diese Einheiten für die Sicherung von Logistik, denn sie können auf niemanden schießen, der sich in das System eines Kernkraftwerkes hackt, um uns den Saft abzudrehen, unsere Wirtschaft zum kollabieren bringt, oder Flugzeuge zwingt am Boden zu bleiben. Der Verteidigungsetat müsste also eher schrumpfen, aber wer weiß schon wirklich wo diese Milliarden in der Zukunft wirklich landen, nur sicher nicht bei unseren Kindern oder deren Zukunftsaussichten. Bereits jetzt gibt es schon Stimmen auch von unseren Klimazielen Abstand zu nehmen (Wie Trump für die USA), weil die Klimaerwärmung auch positive Seiten habe, zum Beispiel mehr Schiffsrouten durch weniger Eis an den Polen (nein, kein Scherz). Und der Mist stammt nicht von den sogenannten dahergelaufenen Parteien, sondern von der CDU/ CSU.

Mein Zitat von heute stammt von Mark Twain (1835-1910) amerikanischer Schriftsteller.

"Man vergiss vielleicht, wo die Friedenspfeife vergraben wurde, aber man vergisst niemals wo das Beil liegt.“

Es grüßt Sie Ihr friedliebender Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Einmischer. Sollten Sie einen Politiker treffen, fragen Sie ihn nicht nach Steuerentlastung, fragen Sie ihn einfach wie er Frieden schaffen möchte. Danach wissen Sie sicher wen Sie nicht wählen wollen.


Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen



Gastkolumne Arno von Rosen: Zeit hat eine Geschwindigkeit

Keine Angst, dies wird weder ein Beitrag über Science Fiction oder Isotherik im weitesten Sinne, noch der Versuch Sie mit mathematischen Formeln zu langweilen. Ernsthaft! Es geht um Sie, um Sie ganz alleine. Nicht über die anderen 7 Milliarden Menschen (die haben alle ihr eigenes System) auf dem gesamten Planeten oder auf fremden Welten (okay, den musste ich jetzt doch machen). SIE haben eine individuelle Zeit, die sich weder nach einer Uhr richtet, Ihrem Lebensalter, Ihrer Arbeit oder anderen Vorgaben des täglichen Lebens. Mit einer Ausnahme. Ihrer internen Arbeitsgeschwindigkeit. Ihrem inneren Prozessor (falls Sie jetzt denken, "was schwafelt der Typ da?" - ich meine Ihr GEHIRN).

Auch wenn ich Sie nicht persönlich kenne, werde ich gleich beweisen wie Sie bzw. Ihr Gehirn funktioniert, warum Sie Stress empfinden und wie Ihr bestes Stück (bei Männern wird das sehr häufig verwechselt) funktioniert, zumindest ansatzweise. Als erstes testen wir mal ein bisschen Ihr Wissen über sich selbst. Sollte ja nicht so schwierig sein oder? Wenn Sie mit meinen Antworten zufrieden sind,  nicken Sie leicht und lassen Sie das Kopfschütteln, weil Ihnen die Fragen zu einfach sind, denn dann unterschätzen Sie mich (und dürfen sich dann fragen, ob dies mein Ziel war). Sie sehen mit den Augen! Sie nicken, wie schön :-) Sie hören mit den Ohren, riechen mit der Nase, fühlen über die Haut (wir lassen heute mal den Herzschmerz beiseite) und schmecken mit der Zunge. Sie können aufhören zu nicken, denn Sie haben nichts richtig beantwortet.

Meine liebe Dr. Nessy ist ja bekanntlich vom Fach und reibt sich vor Vergnügen sicher schon die Hände, aber es gibt eine einfache Antwort. Alle Ihre Sinnesorgane sind nur Abtaster der Realität und zwar nur Ihrer eigenen und die ist nicht zwangsläufig die allgemeingültige Realität, denn die gibt es nicht! Ob Augen, Ohren, Haut, Zunge oder Nase, all diese liebgewonnen Ausstattungen sind nichts weiter als Messinstrumente, welche mit ungeheurer Geschwindigkeit elektronische Impulse an Ihr Gehirn weiter geben. In etwa so, wie ein Temperaturfühler am Auto, nur eben besser, viiiiiel besser. Und abgesehen davon, dass wir eigentlich mit der Zunge riechen, stimmen die restlichen Funktionen der Sinne mit unserer Vorstellung überein. Das alleine wäre schon ganz nett (ja ja, ich weiß das nett der kleine Bruder von Sch... ist) würde mich aber keinesfalls zu einem Artikel bewegen. War doch klar oder? 

Außerdem wäre ich ja nicht leidenschaftlicher Koch, wenn ich nicht unser täglich Brot mit einfließen lassen könnte. Wir alle haben unsere Lieblingsspeisen. Die verbinden wir mit besonderen Erlebnissen, ob in der Kindheit oder auch im späteren Leben und immer wenn wir diesen Geruch (von mir aus auch Duft, ich kenne ja Ihre Vorlieben nicht) wahrnehmen, vermittelt er uns ein Glücksgefühl, denn dann werden Endorphine ausgeschüttet (Körpereigene Glückshormone). Das geht vom leckeren Schnitzel über Eissorten und Omis Kuchen, bis zu einer Dose kalter Ravioli (Tim Mälzer). Dabei muss dieses Lieblingsgericht nicht jedem schmecken und bei anderen kann das sogar leichte Würgereflexe auslösen (kalte Ravioli aus der Dose? Ernsthaft?!), aber wie kam es dazu? Sie liegen schon ganz richtig, denn bei Omis Kuchen habe ich natürlich mit dem ganzen Zaun gewunken, gelle!? 

Unser Gehirn hat zu diesem besonderen Anlass die Datenmenge exorbitant erhöht und damit Ihre Erinnerung nicht nur viel länger erscheinen lassen, als diese tatsächlich gedauert hat, sondern dieses Erlebnis wurde Umfangreich abgespeichert (weil es vielleicht ein sehr glücklicher Moment war). Wenn Sie so wollen hat Ihr Gehirn einen kompletten Scan durch alle Ebenen durchgeführt ohne auf den Speicherplatz Rücksicht zu nehmen und weil die Datenmenge so gewaltig war, haben die Gehirnzellen länger benötigt, als bei den oberflächlichen Abtastungen in Alltagssituationen, wie einem schnellen Imbiss oder dem Brötchen auf der Hand. Die gute Nachricht ist, Sie können Ihren Speicherplatz niemals aufbrauchen und Sie benutzen immer Ihr ganzes Gehirn und nicht nur 5 %, wie gerne mal erzählt wird. Abgesehen davon ist unsere graue Masse das komplexeste Ding was die Menschheit im gesamten bekannten Universum bisher erforscht hat, natürlich nur einen winzigen Bruchteil davon.

Übrigens gefallen uns schwarz/ weiß Aufnahmen besser (unterbewußt), als Farbaufnahmen. Diesen Umstand haben wir ebenfalls unserem Gehirn zu verdanken, denn es kann bei mit ohne Farbe mehr Informationen verarbeiten und deshalb kommen uns solche Bilder oft Detailreicher vor. Und überhaupt verarscht Sie Ihr Gehirn wo es nur geht, denn es setzt automatisch Informationen ein, die Sie nicht wirklich gesehen haben und so fällt Ihnen überhaupt nicht auf, ob sich auf der Strecke zur Arbeit etwas verändert hat. Diese Information hält Ihr Gehirn für irrelevant und überblendet die fehlenden Teile eigensinnig in Ihren Live-Stream, was Ihr Leben stressfreier macht. Fahren Sie allerdings eine neue Strecke, welche Sie noch nie benutzt haben, fährt Ihre Gehirn die Leistung sofort hoch, was einer späteren Orientierung dienen soll (funktioniert bei Frauen wohl nicht richtig). Das ist dann negativer Stress, den Sie aber wieder vergessen. Positiver Stress wäre die lange Fahrt in den Urlaub und da setzt Ihr Gehirn gerne einen ausgiebigen Marker und Sie können damit dann noch Ihre Enkel langweilen. Dasselbe Prinzip gilt auch für globale Ereignisse wie dem 11. September 2001, wo so ziemlich jeder weiß, wo er sich aufgehalten hat und was gerade getan wurde.

Was haben wir noch? Unfälle, zum Beispiel, kommen uns aus diesem Grund auch ewig vor, weil unser Gehirn auf Vollleistung stellt und deshalb haben wir das Gefühl unser Leben zieht an uns vorbei oder wir können sogar aktiv entscheiden doch noch unsere Körperposition zu ändern, um uns nicht so schwer zu verletzen, was übrigens wirklich funktioniert, nur eben nicht generell, sondern nur bei bestimmten Gehirnen, die entweder stark trainiert oder von Geburt an für mehr Geschwindigkeit ausgelegt sind. Woher ich das weiß? Letztes Jahr durfte ich an einer Forschungsstudie der Uni Marburg teilnehmen, die mein Gehirn unter Volllast während einer Kernspintomographie aufgezeichnet hat. Das hat mit allen Test einen halben Tag gedauert ohne jegliche Pause. In der Röhre selber musste ich Aufgaben lösen, Gedächtnisübungen absolvieren usw. was bei diesem ständigen Krach wirklich anstrengend war. Je nach Aufgabengebiet lag mein IQ zwischen piep und piep*, was einen ja in meinem fortgeschrittenen Alter durchaus freut.

Die Punktzahl ändert sich übrigens auch, je nachdem wie häufig das Gehirn trainiert wird, also nicht dauernd RTL II gucken, gelle! Mein Talent hat übrigens viel damit zu tun, dass mein Gehirn viel mehr aufzeichnet als gewöhnlich, weshalb ich öfter Ruhephasen benötige, um diese Daten alle zu verarbeiten, aber irgendwas ist ja immer

Mein Zitat von heute stammt von Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer.

 Arno von Rosen
"Jeder Menschenkopf ist eine Sonne, und seine Gedanken sind die überall hindringenden unsichtbaren Strahlen. Könnten wir sie, wie bei der Sonne, mit unseren leiblichen Augen schauen, so würden sie uns in ihrer Gesamtheit erscheinen wie ein großer Lichtkreis, an dessen Ausdehnung und Leuchtkraft leicht zu erkennen wäre, einen Stern wievielter Größe wir vor uns haben.“

Es grüßt Sie Ihr kopflastiger und bauchfühliger Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Brillenträger (sieht alleine schon sehr intelligent aus). Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an jemand anderes, bei übriggebliebenen Antworten empfehle ich Günther Jauchs Wissenssendung!

*piep ersetzt die Zahlen piep und piep aus Nichtangebenwollengründen ...